Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Tag 07 bis 08

Reportagen > Radtourismus > Estland

Tag 07,  19.6.2012

Wie gestern schon erwähnt, bereitete uns die Unterkunft der letzten Nacht viel Freude. Auch mit dem Frühstück wurden wir nicht enttäuscht. Sauber eingedeckter Tisch und eine freundliche Bedienung. Sicherlich ist es nicht jedermann Sache zum Frühstück kleine gebratene Würstchen bzw. Eierkuchen gereicht zu bekommen, aber wie sagt man so schön:
Andere Länder andere Sitten.
Wer glaubt in beschriebenen Objekt Abwechslung oder gar Abenteuer zu finden wird sicherlich enttäuscht. Das einzige was man hier finden kann ist Ruhe und das mit entsprechenden Stil.
Gegen 8.36 Uhr startete unsere heutige Etappe. Dabei sind wir Wege gefahren, deren Benutzung ich in Deutschland strikt ablehnen würde.  
 

Vom eingematschten Viehweg, über Waldwege, weit weg von jeglicher Zivilisation, bis hin zur mittlerweile mehrfach erwähnten schnurgeraden Landstraße,

es war einfach alles dabei
Das Wetter war leider auch nicht prickelnd. Temperaturen um 12 Grad, mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit bereiteten nur wenig Freude. Einzig unser Freund, der Wind half uns wieder mächtig beim Vorwärtskommen.
Eine Besonderheit bereitet mir indes immer mehr Kopfzerbrechen. Über welche Charaktereigenschaften verfügen diese Menschen in diesem weitläufigen Land, sich den Bedingungen des täglichen Lebens zu stellen. In einem Land das offenbar noch dünner besiedelt ist als Schweden. Oft ist man für eine Stunde allein auf der Straße, kein Mensch, kein Haus, dann plötzlich erscheint eine Bushaltestelle mit dem dazu gehörigen Haus, manchmal auch zwei. Heute sind wir zweimal hiesigen Radfahrern begegnet. Sie schoben ihr Fahrrad, am Rad offensichtlich alles i.O.und nirgendwo ein Haus oder Gehöft zu sehen, Glaubt mir, da kommt man schon ins grübeln und ich will mich auch nicht beschweren, denn wir werden immer höflich und zuvorkommend behandelt.

Natürlich gibt es auch größere Siedlungen. Da gibt es dann einen kleinen Kaufladen mit den berühmten WTB, ein paar Häuser und einer Schule. Ab propos Schulen, Schulen sind hier auch so ein Thema. Wir haben hier noch keine vernachlässigte Schule gesehen. Alle Gebäude, zumindest von der baulichen Substanz betrachtet, in einem 1a Zustand. Da ist Deutschland meilenweit von entfernt!
Als wir in
Pärnu reinfuhren, dachten wir bei uns:

"...und dass soll die Urlaubsmetropole Estlands sein"

Schnell wurden wir allerdings eines besseren belehrt. Pärnu besitzt ein hochmodernes Stadtzentrum mit einer sehr liebenswerten Altstadt. An vielen Ecken wird gebaut und gewerkelt.
Rings um die beiden im Zentrum befindlichen Kirchen ( 1 x russisch Orthodox , 1 x katholisch) befinden sich etliche Gassen der Altstadt mit einladenden Kaffees und Gaststätten. In einigen Jahren wird sich hier wohl sehr viel verändert haben.
Lobend erwähnen muss ich noch die Jungs vom Hawaii Express Bikeshop Pärnu`s. Am Stadteingang zu Pärnu musste ich feststellen, das sich einige Speichen meines Hinterrades gelockert hatten. Als ich den Shop betrat und einem Mitarbeiter mein Missgeschick erklärte wurde mir sofort geholfen. Für 7,- € wurde das Hinterrad fachmännisch eingestellt. Vielen Dank für die schnelle Hilfe!
Unser heutiges Nachtdomizil ist die
Villa Eeden. Sie befindet sich an der Ausfallstraße in Richtung Rakvere. Es ist sauber und ordentlich. Die angeschlossene Gaststätte bietet reichhaltige Speisen und Getränke. Mehr braucht der gemeine Radwanderer nicht!
Morgen geht es wohl etwas mehr Sonnenschein in Richtung Viljandi.

Gefahrene
Tageskilometer:  93,73 km
Fahrzeit : 05:16 h
reale Fahrzeit: 07:30 h

Tag 08, 19.06.2012

Start: 9:00 Uhr

bei strahlenden Sonnenschein. Obwohl die Etappe eigentlich schon schwer genug sein sollten machten wir sie uns doch noch etwas unangenehmer. Durch ein Navigationsfehler fuhren wir erst einmal ca. 10 km in die verkehrte Richtung, nämlich in die Richtung aus der wir gestern kamen. Zum glück merkten wir unseren Fehler jedoch recht schnell.Trotzdem waren 1,5 h in den Wind geschrieben, letztendlich fanden wir doch noch den richtigen Weg.

In Richtung Valga ging es über Sindi und Tori in den
Nationalpark Soomaa.


Dieser Weg entwickelte sich als einer der Abwechslungsreichsten der letzten Tage. Intensiv bewirtschafteten Agrarflächen über reizvolle Flußlandschaften links der Straße. Der Nationalpark Soomaa ist nach eigenen Aussagen das größte zusammenhängende Reservat dieser Art in Europa.
Links und rechts eines planierten 5 m breiten Feldweges gibt es nichts anderes als Sumpfwiesen, Mischwald und Sumpfwälder. Eine Gegend in der sich zuweilen Wolf und Bär "gute Nacht" sagen sollen. Das Radeln auf diesen Wegen ist durchaus machbar, wenn nicht eines dieser abgebildeten Fahrzeuge alle mit der Zeit entstandenen kleinen Schlaglöcher beseitigen will, denn dadurch wird die Oberfläche der Fahrbahn erst richtig unangenehm zum fahren und verlangt höchste Konzentration vom Radler. Mal davon abgesehen das diese Fahrbahn ungemein auf Rücken und Handgelenke geht.
Nach ca 35 km wurden wir jedoch von dieser Fahrbahnart erlöst und es ging entlang der Straße 56 in Richtung Viljandi. Hier wurden wir jedoch von der unerwartet hügligen Geograhie der Landschaft überrascht. Lange 5% Anstiege und ebensolche Abfahrten waren keine Seltenheit. Für den normalen trainierten Radfahrer sollte das kein Problem sein. Hat man aber zusätzliche 25 kilo am Ar... Hintern, so sieht die Sache doch ganz anders aus.
Gegen 18.00 Uhr erreichten wir unser heutiges Tagesziel, das Pinska Guesthouse, etwa 2,5 km vor Vlijandi liegend. Es entspricht dem üblichen Standard. Da es sich bei der Unterkunft um eine Pension handelt, gibt es hier keine angeschlossene Restauration. Da Claudia von der Radelei des heutigen Tages überdrüssig war, gab es zum Abendbrot diesmal nur "Schnitte mit Brot" . Die dazugehörigen Zutaten besorgte ich in einem der landesüblichen Kaufläden.
Morgen geht es etwa 75 km weiter nach Tartu. Claudia freut sich schon auf den darauf folgenden Ruhetag.

Gefahrene
Tageskilometer: 106 km
Fahrzeit : 05:51
tatsächliche Fahrzeit : ca. 8,5 h

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü